Arbeitszeugnis / Zeugnis

Ein Arbeitszeugnis ist eine vom Arbeitgeber ausgestellte schriftliche Urkunde über das Arbeitsverhältnis und dessen Dauer (§ 630 BGB). Ein einfaches Arbeitszeugnis enthält nur Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis erstreckt sich darüber hinaus auf Leistung und Verhalten im Arbeits- bzw. Berufsausbildungsverhältnis (§ 109 Abs. 1 GewO, § 16 BBiG).

Gibt es eine Frist?

Kein Anspruch mehr nach drei Jahren wenn Sie KEIN Arbeitszeugnis anfordern: Der Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis ergibt sich aus dem § 109 Gewerbeordnung/GewO. In Verbindung mit den regelmäßigen Verjährungsfristen des BGB, § 199 BGB i.V.m § 195 BGB, ist dieser Anspruch nach drei Jahren verjährt. Die Verjährung beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses entstanden ist. Die oben genannte gesetztliche Frist von drei Jahren hat das Landesarbeitsgericht Hamm in einem Urteil auf 1 Jahr verkürzt. Der Zeugnisanspruch sei deshalb verwirkt, weil der Arbeitnehmer nicht innerhalb eines Jahres sein Verlangen nach Ausstellung geltend gemacht habe. LAG Hamm vom 09.09.2000, Az.: 4 Sa 714/99.

 

Zwischenzeugnis

Wenn das Arbeitsverhältnis nicht beendet ist, aber ein triftiger Grund vorliegt, kann der Arbeitnehmer ein Zwischenzeugnis verlangen, wie etwa beim Wechsel des Vorgesetzten oder bei Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz. Das Arbeitszeugnis kann eine Empfehlung sein, ist aber kein persönlich gehaltenes Empfehlungsschreiben.

 

Geheimsprache bei Arbeitszeugnissen / Formulierungen im Arbeitszeugnis

Ein Arbeitszeugnis kann den Weg zu nächsten Job bereiten - oder den Neustart erschweren. Deshalb ist es wichtig, zu prüfen, ob mit dem Arbeitszeugnis alles in Ordnung ist.

Folgende Formulierungen sind in der Praxis üblich:

Note Sehr gut: stets zu unserer vollsten Zufriedenheit

Note Gut: zu unserer vollsten (= stets zu unserer vollen) Zufriedenheit

Note Befriedigend: zu unserer vollen Zufriedenheit (= stets zu unserer Zufriedenheit)

Note Ausreichend: zu unserer Zufriedenheit

Note Mangelhaft: überwiegend zu unserer Zufriedenheit

 

Auch das Sozialverhalten muss beschrieben und bewerten werden. Die Notenstufen werden in der Regel im Arbeitszeugnis mit folgenden Formulierungen beschrieben: “Ihr Verhalten zu Vorgesetzten, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Kunden war

stets vorbildlich: sehr gut

vorbildlich oder stets einwandfrei: gut

einwandfrei: befriedigend

ohne Tadel: unterdurchschnittlich”

Die Ausführungen zeigen, dass in einem Arbeitszeugnis viele Fallstricke lauern, die von geübten Personalleitern schnell erkannt werden. Ist der Arbeitnehmer mit seinem Zeugnis nicht zufrieden, bietet sich zunächst eine Monierung beim Arbeitgeber an. Ist dieser aber freiwillig nicht zur Verbesserung bereit, wird man gerade im Falle von ausreichenden und mangelhaften Bewertungen den Gang vors Gericht wählen müssen.